Immobilie verkaufen zu Coronazeiten

Von: Frank Schroeder • Zuletzt aktualisiert: Oktober 2020

Immobilie verkaufen zu Coronazeiten

Die Corona-Krise bestimmt unseren Alltag. Daran haben auch vorgenommen Lockerungen nach dem Lockdown nichts geändert. Schritt für Schritt wird versucht, eine Rückkehr in den Alltag vorzunehmen. Je nach Bundesland fallen die notwendigen Maßnahmen dazu unterschiedlich aus und in manchen Bundesländern geht es langsamer, in manchen schneller. Die Corona-Pandemie hat natürlich auch in der Immobilienbranche ihre Spuren hinterlassen. Wie stark diese Auswirkungen genau ausfallen, können die Experten in der jetzigen Zeit aber nur schwer voraussagen. Die meisten gehen davon aus, dass es berechtigte Chancen gibt, dass Corona einen gewissen Druck auf den Markt ausübt und die Preise für Immobilien, sowohl für Häuser als auch für Wohnungen, sinken werden. Doch was bedeutet dies für Eigentümer, die in der jetzigen Zeit ihre Immobilien verkaufen möchten?

Werden die Preise durch die Corona-Krise fallen?

Immobilie verkaufen zu CoronazeitenEs liegen derzeit noch keinerlei gesicherten Erkenntnisse vor, dass auf dem Immobilienmarkt ungewöhnliche Entwicklungen beobachtet werden. Es ist zwar durchaus der Fall, dass die Corona-Krise zu Verlagerungen beim Thema Kauf- und Verkaufsabschluss führt, diese aber nur von kurzfristiger Dauer sein wird. Auf lange Sicht gesehen wird auch Corona nicht dazu führen, dass vor allem in bestimmten Städten und Regionen der Wohnungsbedarf deutlich sinken wird.

Der Bedarf ist immer noch deutlich höher als das Wohnungsangebot. Wohnen will und muss schließlich jeder und dieser Bedarf an Wohnraum wird auch durch die Corona-Krise nicht gemindert. Schätzungen zeigen deutlich, dass der Markt preisstabil bleibt. Seine Wohnung aufgrund der Corona-Krise jetzt zu verkaufen, wäre ein schlechter Rat, denn gerade in Krisenzeiten ist Wohneigentum immer eine sichere Geldanlage.

Sollten Sie mit dem Wohnungsverkauf noch warten?

Eigentümer von Wohnungen und anderen Immobilien sind derzeit genauso verunsichert, wie dies auch bei potenziellen Käufern zu beobachten ist. Viele fragen sich, ob ein Kauf in dieser Zeit überhaupt sinnvoll ist. Doch diese Unsicherheit oder Angst ist völlig unbegründet. Die Marktlage hat sich nur unwesentlich verändert und deshalb spricht sowohl für Investoren als auch Verkäufer aus wirtschaftlicher Sicht nichts gegen einen Kauf oder einen Verkauf einer Wohnung oder einer anderen Immobilie. Viele lassen sich in diesem Punkt von der sinkenden Zahl der Transaktionen auf dem Wohnungsmarkt täuschen. Dies hängt aber vielmehr an den von der Bundesregierung erlassenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandamie zusammen. In erster Linie sind das Ausgangsbeschränkungen oder Kontaktverbote. Auch die Schließung von Geschäften wegen Corona sind dafür verantwortlich. Die Vermittlung von Wohnungsobjekten und der gewohnte Ablauf bei einem Wohnungsverkauf sind davon betroffen.

Tipp: Es handelt sich aber weniger um Stornierungen, sondern vielmehr um Verschiebungen. Auch die Befürchtung, gerade jetzt niedrige Verkaufserlöse zu erzielen, ist fehl am Platz. Es kann durchaus vorteilhaft sein, gerade jetzt in dieser Zeit eine Wohnung zu verkaufen.

Vorteile und Nachteile Wohnungsverkauf in Corona-Zeiten

  • Vorteilhaft für einen Wohnungsverkauf ist, dass auch potenzielle Interessenten jetzt zu Hause sind und mehr Zeit für die Suche nach einem passenden Objekt haben. Daher werden Privatverkäufe wahrscheinlich steigen.
  • Käufer die ein tatsächliches Interesse am Wohnungskauf haben, entscheiden sich schneller. Dies kann helfen, einen höheren Verkaufserlös zu erzielen.
  • Potenzielle Käufer haben bessere Chancen, ein günstiges Darlehen zu bekommen.
  • Die Wohnung lässt sich mit moderner Technik wie 3D-Kamera und virtuellem Rundgang sehr gut präsentieren.
  • Tatsächliche Wohnungsbesichtigungen, sind je nach Lockerungen der einzelnen Bundesländer, nur schwer durchzuführen.
  • Viele Interessenten sehen einer unsicheren Zukunft entgegen. Ein Wohnungskauf wird manchmal verschoben und hinten angestellt.
  • Potenzielle Käufer warten möglicherweise auf ein Absinken der Immobilienpreise.

Droht in Deutschland eine Immobilienblase?

Viele Eigentümer von Wohnungen in Deutschland fragen sich in Corona-Zeiten, ob ihnen eine Immobilienblase droht. Wie könnte sich diese für einen Wohnungseigentümer auswirken? Dies kann pauschal nicht beantwortet werden, denn dies ist von mehreren Faktoren abhängig.

Faktoren und die möglichen Folgen

Faktoren Mögliche Folgen
Wohnung ist bereits abbezahlt Wer seinen Kredit oder seine Hypothek für einen Wohnungskauf bereits abbezahlt hat, muss eine Immobilienblase und deren platzen nicht fürchten. Es besteht keine Abhängigkeit mehr vom Zinsniveau und ebenfalls keine Gefahr durch einen Wertverlust.
Bedarf einer Anschlussfinanzierung Braucht ein Wohnungseigentümer eine Anschlussfinanzierung, müssen mit einer höheren Tilgungsrate durch eine Zinserhöhung rechnen.
Zwangswohnungsverkauf Kommt es durch das Platzen einer Immobilienblase zu einem Zwangswohnungsverkauf, muss der Eigentümer mit einem deutlichen Wertverlust rechnen.

Was ist eigentlich eine Immobilienblase?

Von einer Immobilienblase wird dann gesprochen, wenn die Nachfrage nach Wohnungen und anderen Immobilien überdurchschnittlich hoch ansteigt. Die Preise für Immobilien klettern dann auf ein Niveau, welches irrational hoch ist. Als Folge davon werden Objekte wie Wohnungen oder Häuser überbewertet, obwohl sie sich in einem schlechten Zustand oder einer schlechten Lage befinden. Beruhigt sich der Immobilienmarkt danach wieder, erleiden die Wohnungseigentümer bei einem Verkauf einen deutlichen Verlust.

Unser Tipp für Ihren Wohnungsverkauf in der Corona-Krise

Jeder Wohnungseigentümer, der sich aufgrund der Corona-Krise mit einem Wohnungsverkauf befasst, sollte zunächst einmal die Ruhe bewahren. Es besteht derzeit kein Grund, nur wegen dieser Krise sich von seinem Wohneigentum zu trennen. Vor allem dann nicht, wenn selbst eine sich durch Corona entstehende Immobilienblase entsteht und die Wohnung bereits komplett finanziert ist. Zurzeit sind noch keinerlei negativen Effekte auf die Wohnungspreise durch Corona festzustellen und es deutet vieles darauf hin, dass die Preise auch weiterhin stabil bleiben. Ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung ist, wie lange die Corona-Pandemie noch anhält und wie hoch die durch die Krise verursachte Rezession auffällt. Zwangsverkäufe oder Panikverkäufe sind aber keineswegs angebracht und auch nicht empfehlenswert. Wer seine Wohnung dennoch verkaufen möchte, kann dies auch in Corona-Zeiten durchaus machen, ohne dabei Wertverluste befürchten zu müssen.

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